Kinderbetreuung nach Elternzeit #2 (Kita, Krippe, Tagesmutter?)

Nachdem die risikoreichen ersten 12 Wochen der Schwangerschaft vorüber waren, ging bereits meine Suche für eine geeignete Kita los. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Suche noch so nervenaufreibend sein wird und es wirklich nicht einfach ist, einen für uns geeigneten Platz zu finden ...


Ich muss zugeben, die Anzahl der in der Nähe liegenden Einrichtungen hat mich überrascht und natürlich ging ich davon aus, dass es bei der großen Auswahl sicherlich nicht nur eine Zusage geben würde. ABER anscheinend herrscht bei uns im Stadtbezirk ein regelrechter Babyboom, sodass die freien Plätze sehr gering ausfielen.

 

Es begann bereits damit, dass sehr viele Einrichtungen gar nicht erst in Frage kamen, da die Öffnungszeiten nicht mit unseren Arbeitszeiten vereinbar gewesen wären. Auf einigen Fragen meinerseits wurde mir mitgeteilt, dass die Nachfrage einfach nicht vorhanden sei. Dazu stelle ich mir bis heute die Frage, wie andere Eltern dies vereinbaren? Gerade in der heutigen Zeit ist es doch nicht ungewöhnlich, in Schichtarbeit oder auch länger als die „Norm“ zu arbeiten. Aber anscheinend reicht der Mehrheit der Eltern eine Betreuungszeit bis 16 Uhr.

Nun ging es an die Akquise der übrig gebliebenen Kindergärten/Krippen. In den meisten Fällen schrieb ich die Ansprechpartner vorerst per E-Mail an, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass sie telefonisch entweder nicht erreichbar sind oder „nur“ ein Mitarbeiter abnahm, der mir nicht wirklich weitergeholfen hat. Es gab auch einige öffentlich ausgeschriebene „Tag der offenen Tür“ Termine. So vereinbarte ich einen Besichtigungstermin nach dem anderen, packte Zoey ein und düste los, um mir einen Einblick vor Ort zu machen. Um hier den Überblick über sämtliche Absagen, Termine, Erinnerungen für eine erneute Interessenbekundung usw. zu behalten, führte ich recht schnell eine Excel-Liste (und ich würde dies auch nur jedem raten) und konnte diese mit einer Anzahl von ca. 50 verschiedenen Einrichtungen abschließen.

Einige Kindergärten/Krippen wurden recht schnell wieder aussortiert, da ich direkt eine Antwort erhalten habe, dass es keine Plätze für 2015 geben würde. Andere Kitas antworteten bis heute nicht und auch nach mehrmaliger Nachfrage (Email/Telefon) kam hierzu nie eine Rückmeldung (sehr freundlich - NICHT!). Wie bereits geschrieben, habe ich einige auch direkt vor Ort besichtigen können - alle ohne richtigen Erfolg, denn überall hieß es, dass sie sich noch entscheiden müssten oder es soweit erstmal keinen freien Platz geben würde und dass wir uns auf die Warteliste schreiben können.

WARTELISTE - dieses Wort stand hinter sämtlichen Zeilen meiner langen Liste und ich konnte es irgendwann nicht mehr hören/lesen, schließlich rennt ja bekanntlich die Zeit und ich kann nicht darauf warten, dass vielleicht eventuell ein anderes Elternpaar abspringt und wir nachrücken (wir stehen ja zudem auch nicht allein auf dieser Liste).

 

Meiner Erfahrung nach ist das Prinzip so:

Eine Einrichtung hat für das neue Jahr im Durchschnitt 10 Plätze zu vergeben. Hier werden natürlich erst einmal Geschwisterkinder und Mitarbeiterkinder bevorzugt, sodass, wenn es gut läuft, noch 6-7 Plätze übrig bleiben. Diese 6-7 Plätze müssen natürlich schnellstmöglich wieder belegt werden, sodass dies im Juli/August geschieht (da im Sommer ja einige Kinder eingeschult werden und somit „nachgerückt“ wird). Alle Eltern mit Kindern, die nicht gerade im Sommer geboren sind, haben damit schon einmal folgende Entscheidung zu treffen: Geben wir unser Kind vor dem 1. Geburtstag ab, damit es im Juli/August den Kitaplatz erhält oder erst kurz vor dem 2. Geburtstag, damit es im nächsten Sommer klappt?

So ging es auch uns. Nachdem wir ja nun ein Halloween-Baby haben und ich gerne ein Jahr zu Hause bleiben wollte, habe ich natürlich erst einmal den Wunschtermin 01.10.2015 angegeben. Mein Plan hier: Zoey wird mit 11 Monaten ein Kitakind -> 4 Wochen Eingewöhnungszeit -> 01.11.2015 zurück ins Arbeitsleben.

 

Nachdem mir sämtliche Absagen und Wartelisten langsam zu heikel wurden, mussten neue Ideen her. Weg von der Idee, Zoey in einen Kindergarten/Krippe zu geben und her mit Kinderläden und Tagesmüttern. Ich muss dazu sagen, dass uns von Anfang nicht wohl bei dem Gedanken war Zoey, in einer „kleinen“ Einrichtung wie Tagesmutter oder Kinderläden abzugeben. Warum?

  • Erstens sind die Betreuungszeiten dort noch unflexibler: Schließlich kann eine Tagesmutter nicht von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends alleine Kinder betreuen.
  • Zweitens die für uns unflexible Urlaubsgestaltung: Eine Tagesmutter muss natürlich auch einmal Urlaub nehmen und das wird sie nicht nur zwei Wochen im Jahr machen und natürlich erst Recht nicht zu der Zeit, die uns auch im Kopf schwebt.
  • Drittens der Krankheitsfall: Mich graut es schon beim Gedanken daran, wie oft Zoey wahrscheinlich krank sein wird, allein nur durch den Besuch einer Betreuungseinrichtung. Aber dazu kommt ja noch, dass auch jede Tagesmutter einmal krank sein wird. Und das natürlich nicht geplant, sondern wie bei jedem anderen Menschen auch „spontan“.
  • Viertens die Betreuungsdauer: Kinder werden in der Regel nur bis zum dritten Lebensjahr von einer Tagesmutter betreut. Danach erfolgt zwangsweise ein Übergang in die Kita. Das bedeutet erneut eine neue Eingewöhnung, eine neue Umgebung, neue Erzieher und Freunde.

Dennoch versuchte ich auch hier einige Tagesmütter und Kinderläden zu erreichen, mit dem ernüchternden Ergebnis, dass alleine die Betreuungszeit das bereits vermutete Problem darstellt. Ein Erlebnis bei einem Besuch eines Kinderladens, bei dem ich vorab leider nicht herausfand, wie die Zeiten der Betreuung aussehen, muss ich aber hier einmal wiedergeben:

 

Nachdem einige andere Mütter und ich bei dem Besichtigungstermin herumgeführt wurden, ging es zur Gesprächsrunde. Die Leiterin berichtete, dass sie und ihr Mann die Einrichtung seit 10 Jahren führen würden und es zudem meist noch Hilfe eines Praktikanten geben würde. Sie betreuen ca. 12 Kinder von 0-6 Jahren, also eine gut gemischte familiäre Gruppe. Nachdem sie uns noch weitere Informationen über das Tagesprogramm inkl. Ausflügen etc. erzählte, stellte sich für mich schon raus, dass auch diese Einrichtung nicht länger als 16 Uhr auf hat und somit schon einmal ein KO-Kriterium erfüllt war. Doch die darauffolgenden Erzählungen schockierten mich ein wenig.

 

Sie und ihr Mann nehmen im Jahr mindestens 6 Wochen Urlaub! Ricardo und ich haben gerade einmal jeweils 24 Tage und die würden wir auch gerne zusammen verbringen. Sie berichtete außerdem, dass die großen Kinder sehr gerne mithelfen, auch was die Betreuung der Kleinen angeht und dass sie denen auch gerne die Flasche geben, sie wickeln (!!!), anziehen und so weiter. Das lassen sie natürlich auch gerne zu, denn schließlich „hilft es ja allen“. Entschuldigung, aber ich möchte weder, dass meine Tochter von einem großen Kind betreut wird (wer trägt da schließlich die Verantwortung, wenn doch etwas passiert?), noch möchte ich, dass sie später kleine Kinder betreut. Das sind Babys und keine Puppen, mit denen man spielt, sie anzieht, füttert etc.!

 

Zweiter Punkt des Gespräches bezog sich auf das Saubermachen der Einrichtung. Dass die Eltern einmal jährlich zum „Großputz“ und Malern vorbei kommen, damit habe ich kein Problem. Aber dass die tägliche Reinigung mitunter auch von den Kindern erledigt werden soll, da wurde ich stutzig. Mir ist bewusst, dass die Kinder den Umgang mit dem Aufräumen und Saubermachen durchaus lernen sollen, aber die Dame sagte: „Ja die Kinder haben einen rieeesen Spaß daran, mit dem Staubsauger die ganzen Räume zu säubern und zu wischen […] Schließlich ist es doch auch schön für Sie, wenn ihr Kind Ihnen richtig helfen kann beim Saubermachen“! Wie geschrieben möchte ich sehr gerne, dass Zoey weiß, wie man Dinge sauber bekommt und dass Spielzeug wegräumt werden muss, aber bitte doch nicht die komplette Kita saugen und wischen und wer weiß was noch!?

 

Der letzte Punkt kam und dann hat es mir gereicht. Es ging darum, dass das betreuende Kinderladen-Paar mit ihren 12 Schützlingen wie eine kleine Familie sind. Das kann ich mir auch gut vorstellen, aber es geht soweit, dass eine Liste aushängt, in der sich die Kinder (bzw. die Eltern für die Kinder) eintragen können und nach dieser „Warteliste“ nehmen die Betreuungseltern einmal wöchentlich jeweils ein Kind mit zu sich nach Hause. Schließlich wollen das die Kinder unbedingt und da sie selbst noch Kinder zu Hause haben (etwas älter allerdings) wäre das doch sehr sehr schön. Diese Vorstellung fand ich sehr befremdlich und definitiv geht mir diese Art von Betreuung eindeutig zu weit. Ich saß übrigens dort anscheinend alleine mit dieser Meinung, denn die anderen Muttis, die dort waren, waren hell auf begeistert von diesem Konzept. Ich definitiv nicht und somit blieb das erste Mal das Eintragen auf eine Warteliste gerne aus.

 

Nach den ganzen Informationen, die ich also nun erhalten habe, ging es erneut zurück von Tagesmutter/Kinderladen zur Suche nach einer Kita/Krippe. Einige Termine, viele Telefonate und E-Mails später erreichte mich dann endlich ein Anruf der ersten Kita, die Ricardo und ich zusammen besichtigt hatten. Die Leiterin sagte mir, sie hätte noch einen Platz zu vergeben und das sogar ab dem 01.10.2015 (zwar ungern, wäre aber machbar). Und so tanzte ich vor Freude im Kreis und war unendlich glücklich, dass wir nun endlich etwas gefunden hatten. Der Anruf kam im April, wir erledigten den Papierkram, unterschrieben den Vorvertrag, erhielten den beim Jugendamt beantragten Kita-Gutschein (ist wohl nicht in allen Bundesländern Pflicht) und schlussendlich auch den offiziellen Vertrag, den wir auch sofort unterzeichneten!

 

Eine Woche später erhielt mein Mann eine E-Mail der Kita, die er als allererstes bereits in der Schwangerschaft angeschrieben und beim „Tag der offenen Tür“ gesehen hat. Es war von Anfang an unsere Wunsch-Kita. Nicht nur, weil diese direkt gegenüber unseres Wohnhauses liegt, sondern weil sie modern aufgebaut ist und ein schönes Konzept mit sich bringt.

In der Email fragte die Leiterin uns, ob wir noch immer Interesse hätten, denn mittlerweile ist ein 2014 geplanter Umbau nun genehmigt worden und somit werden viele Plätze geschaffen. Nachdem uns die Dame Anfang dieses Jahres absagte, aufgrund von Platzmangel, kam diese Nachricht natürlich sehr überraschend. Nach einem weiteren persönlichem Gespräch und Rundgang der Kita (ich habe sie vorher noch nicht gesehen) war uns schnell klar, Zoey muss hier hin! Und somit wurde der Vertrag der ursprünglichen Kita wieder gekündigt und ab dem 01.10.2015 werde ich die Eingewöhnung mit Zoey in der Kita starten, die wir zu allererst auf dem Schirm hatten.


Ende gut alles gut? Ja, für uns schon. Aber wenn man sich vorstellt, dass die Ausbeute von knapp 50 angefragten und teilweise besichtigten Kitas zzgl. der Telefonate bei Tagesmüttern usw. gerade einmal zwei Zusagen bedeutete, ist dies definitiv mager!

Daher rate ich wirklich nur jedem, rechtzeitig mit der Akquise von Kitas, Krippen, Tagesmüttern usw. anzufangen, bevor die Zeit nachher wirklich davon rennt und man ohne Plan dasteht.

 

Übrigens traf ich bei einigen Besichtigungen die gleichen Mütter immer wieder. Teilweise haben diese bereits mit dem positiven Schwangerschaftstest angefangen, nach einer Betreuung zu suchen und waren bis dato genauso wenig erfolgreich.

Traurig oder?

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Kommentare: 1
  • #1

    Devorah Oates (Donnerstag, 02 Februar 2017 23:08)


    Hey there! Do you know if they make any plugins to protect against hackers? I'm kinda paranoid about losing everything I've worked hard on. Any recommendations?